Klettern 2.0

Ein Blog über meine Erlebnisse beim Klettern an Fels und Plastik taugt doch jedem: Der Nachwelt (wenn ich mal runterfalle), allen Interessierten am Klettern (die sich vielleicht in dem einen oder anderen wiederfinden) und natürlich vor allem mir selbst (hilft gegen das Vergessen).


Norge her kommer vi!

Gleich geht es endlich los!


Drei Wochen Norwegen stehen auf dem Programm und die Vorfreude ist grenzenlos. Zumindest, bis man den Wetterbericht genauer studiert. Da sich Petrus in der Vergangenheit zwar immer als unbestechlich, aber im Grunde doch gutherzig erwiesen hat, lassen wir uns die Laune nicht verderben! Außerdem, wer will schon bei über 30 Grad im Granitofen wie ein Grillhänchen in der Wand schmoren.

Auf jeden Fall sind die Sachen fast gepackt und wir stehen in den Startlöchern. Mit dabei ein Mehrstoffkocher von MSR, genauer gesagt der MSR Dragonfly, der den Vergleich zu dem Kocher der letzten Jahre, einer Kombination aus Optimus Nova Brenner und Trangia Windschutz, standhalten muss. Wir werden es nach dem Langzeitdauertest in diesen drei Wochen genauer wissen.


Insgesamt ist der MSR natürlich leichter und kompakter, dafür ist das mitgelieferte Windschutz aus dünnem, biegsamen Alu vermutlich nicht so effektiv, wie der Trangia. Besonders interessiert mich die Pumpe vom MSR, die im Gegensatz zum Optimus aus Plastik und nicht aus Metall ist.
Ein erster Funktionstest klappte einwandfrei und der kleine MSR fauchte schnell mit blauer Flamme vor sich hin. Mir kam so vor, sogar etwas leiser, als der Optimus. Den vollständigen Testbericht gibt es dann Anfang August, wenn wir nicht verhungert sind, weil alle Kocher versagt haben... ;-)

Ein paar Infos anbei:

Seil aus! Kocher ein! Regen aus! Sonne ein!

Bis die Tage....

Schöpferische Projektarbeit mit Dach

War heute wieder mit Moritz klettern und wir waren beide durchaus gewillt - naja, man könnte auch sagen sehr motiviert, gerade zu wild darauf unsere sorgsam gepflegten und gehegten Projekte abzuholen. Moritz in der Genesis und ich das norddeutsche Normdach. Beide im Grad 8-, obwohl Genesis sicher damit sehr streng bewertet ist.

Diesmal sollte es also sein. Routen geputzt und aufgewärmt stieg ich als Erster in mein Dächlein ein. Unten super, hier geschüttelt, da gezogen. Dann unterm Dach angekommen. Hui, der Haken war schnell geklippt und es fühlte sich heut so gut an. Autsch, bin ja auch mit rechts an der Leiste. Würg, Schubber, Fluch, Handwechsel. Das ging grade nochmal gut. Weiter gehts ins Dach und zu den erlösenden Henkeln. Ein, zwei, drei... Füsse hoch, Sloper gehalten (war ja geputzt!) und zack zur Leiste links. Ist doch einfach! Die letzten Züge noch dran bleiben. Da war das Dach im Sack!! Juhu! Fragende Blicke von Moritz beim Ablassen... "Und wieso bist Du DA immer rausgefallen???". Hm?

Nunja, dann kam Moritz und die Genesis. Ein Projekt seit 2006! Und heute sollte es fallen - oder er, denn der Job läd zu einer 7-wöchigen Kletterpause ein. Die Route kann er vorlesen, wie der Papst die Schöpfungsgeschichte aus der Bibel. Da die Hand, dann zack, Fuß, klippen und so weiter. Heute: Erster Versuch unten rumgefummelt und beim Mulden-Sloper-Spannungs-Aufrichter rausgeplumst. Zweiter Versuch unten super, Sloper, ARGH!, Shit. Plums! Dann nochmal die Stelle ausgebouldert. Man beschliesst, dass es mit etwas Dynamik besser geht. Dritter Versuch. Regentropfen? Letzter Versuch! Unten super, Sloper-Schei**-Loch dynamisch drüberweg. Leiste, klippen, schütteln. Auch die nächsten Meter fliessen rein. Das sieht gut aus! Dann auf den letzten Metern. Wie kann man denn SO die Beine verknoten???! Ohje! Wo ist der letzte Haken? Weit weg, unten... Achtung! Neee Moritz, das geht schon! Los weiter! Oben Gewurschtel und Gefluche. Neeeee! Ich kommeeee! Nur fliegen ist schöner....

Schade eigentlich. Ich dachte, er hätte sie im Sack. Aber nächstes Mal Moritz!
Im August dann wieder....


Projekt aus!

Fels macht stark oder dreimal 7,5

Eines hab' ich immernoch nicht verstanden. Wieso geht man eigentlich zum trainieren in die Kletterhalle? Ich konnte auf jeden Fall wiederholt feststellen, dass intensives Klettern am Fels mich ungleich stärker macht. So auch in den letzten Wochen.

Nachdem Ende Mai und Anfang Juni Isa und ich die Alpentäler rund um Innsbruck unsicher gemacht haben, konnte ich danach prompt (nach überwundener, anfänglich eintretender Plastikdepression) gleich drei Siebenplusse in der Halle punkten. Bei Isa war's noch "schlimmer". Sie ist draußen schwerer geklettert, als indoor. Zudem konnte ich mal wieder feststellen, dass wir hier im Norden am Fels und gerade am Plastik die Bewertungen sehr oft etwas übertrieben hart festlegen. Auf jeden Fall war ich doch überrascht, als wir an einem Regentag in Innsbruck im Tivoli klettern waren. Nicht nur, dass die geschraubten Routen da eine, wie ich finde, sehr hohe Qualität haben, auch die Bewertungen scheinen mir etwas freundlicher zu sein. Genauso am Fels, selbst von local "berüchtigten" Erstbegehern/-bewertern, waren die Bewertungen der Schwierigkeiten auch der Klassiker meist etwas unter den hier im Norden bekannten. Vielleichts lag's aber doch auch nur am tollen Granit...

Stellt sich nun die Frage, wer hier "richtiger" liegt mit den Bewertungen. Die Fischköppe, mit ein paar Korallenriffen oder Findlingen im Wald oder vielleicht doch die Ösis mitten in den Bergen, umringt von tausenden Metern Fels mit Klettertouren. Naja, whatever... Bewertungen eben. ;-)

Wir waren übrigens hauptsächlich im Ötztal und Zillertal. Beide Täler sind ja bekannt für ihre zahllosen Klettereien. Nebenbei erwähnt, ich fand es bemerkenswert angenehm, dass man sich dort als Kletterer nicht nicht wie ein Alien vorkommt. Ahhchja...



Größere Kartenansicht


Besonders im Zillertal, genauer in Ginzling im Zemmgrund war es klasse. Die Nasenwand hoch oben über dem Örtchen war schon sehr genial. Bester Fels, tolle Touren und herrlich gelegen. Trotz des heißen Tages war es dort oben sehr angenehm. Hier gibs ein paar Eindrücke der Nasenwand auf felsREICH.

Achja, mein Isaschatz hat da oben übrigens noch ein Projekt offen...*hust* Naja, nächstes Mal kappt's bestimmt mit der Kante!!!

Im Ötztal waren wir bei etwas instabilem Wetter an der Engelswand, die sich durch einen extrem schwierigen Zustieg auszeichnet. Auch der Wandfuß ist mit seiner topfebenen, riesigen Wiese wirklich eine Zumutung. Viel zu viel Komfort für den alpinen Kletterer.

Genau das haben sich wohl auch viele andere Kletterer gedacht und so war's voll wie in den besten Zeiten in der Halle. Wir sind trotzdem recht viele Routen geklettert und haben die dann später doch noch rausgekommene Sonne auf der Wiese genossen. Insgesamt ein sehr bevölkerter und beliebter Klettergarten, der aber durchaus lohnende Routen im Angebot hat.



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Zum Abschluß sind wir noch ein bisschen in den Stubaier Alpen rumgewandert. Für so eine echte Wand, bzw. Gipfel waren die um uns herum, bedrohlich lauernden Regen- und Gewitterwolken zu respekteinflößend.

Daher beschlossen wir etwas abseits den zahlreichen Wegen unser Vergnügen zu suchen. Lediglich der Abstieg in einer Rinne war etwas länger, steiler und vorallem nasser, als zunächst angenommen. Wer hätte das gedacht, bei soviel Schnee da oben. Aber hat riesig Spaß gemacht, denn der Regen blieb uns erspart und die Knödel auf der Hütte waren auch lecker!











Tirol aus! :-(

Produkttest: Mammut Smart

Als ich den Mammut Smart das erste Mal auf einem Foto gesehen habe, dachte ich sofort: Das Ding macht Sinn! Leicht, keine beweglichen Teile und die Handhabung intutiv wie beim Tube.

Ich habe es am Donnerstag bei Bergzeit.de bestellt, am Samstag war es in der Post und einen Tag später habe ich es ausprobiert.

Ich habe bisher meistens mit einem ATC gesichert. Da der Mammut Smart prinzipiell ähnlich gehandhabt wird, war die Umgewöhnung sehr einfach und - was ich besonders wichtig finde - sehr sicher, da die selben, geübten Bewegungsabläufe auch beim Smart gemacht werden. Wer also beim ersten Mal den Smart genauso wie ein Tube verwendet, macht erstmal nichts gefährliches, außer, dass er vielleicht beim Seilausgeben das Gerät blockiert.

Im Vergleich zum Tube muß man beim Mammut Smart die "rote Nase" beim Seilausgeben von sich weg ziehen, um das Gerät in einer Lage zu halten, die das Seil nicht blockiert. Es ist in dem Moment quasi genauso "offen", wie es ein normaler ATC immer ist. Die rote Nase liegt perfekt in der Hand am Daumen an, sodass die Hand trotzdem noch das Bremsseil umschließt. Wieder etwas, was intuitiv schon lange geübt ist. Einzig der schnelle Übergang von Seil einholen und danach gleich wieder ausgeben (kommt ja eher selten vor) erfordert etwas Übung, da man nach dem Einholen mit der Hand ganz unten ist und man erst wieder bis zur Nase "hochtunneln" muß, bevor wieder Seil ausgegeben werden kann.

Bei einem Sturz oder wenn der Kletterer sich ins Seil setzen, blockiert das Gerät selbstständig, in dem das Seil zwischen Gerät und Karabiner eingeklemmt wird. Das Seil läuft teilweise ganz langsam etwas durch, wenn man das Bremsseil komplett entlastet. Wenn man jedoch das Gerät dann nochmal an der Nase etwas nach unten drückt und damit den Klemmeffekt etwas "nach zieht", hält es und es steht dem Ausbouldern einer Route nichts im Wege.

Diese leichte Dynamik beim Blockieren hilft im Sturzfall enorm. Das Gerät blockiert einfach nicht so hart, wie ein Grigri, sondern rutscht noch etwas durch. Trotzdem sollte man natürlich mit dem Körper beim einem Sturz diese Dynamik noch unterstützen.

Beim Ablassen wird das Seil mit beiden Händen genommen, wobei eine Hand die Nase vom Smart nach oben gedrückt wird, sodass dosiert die Blockierung gelöst werden kann. Wie auch in der Anleitung zum Smart geschrieben, sollte man die Nase nicht zu hoch drücken, da sonst die Blockierung plötzlich ruckartig komplett aufhgehoben wird, was dann aus dem Smart wieder einen normalen Tube macht und man auf einmal das Bremsseil beim Ablassen wieder gut festhalten muß. Das ist ansich nicht schlimm, nur kommt das Umspringen etwas ruckartig und ohne Vorwahnung, was im Umschnappen der Karabinerposition im Gerät begründet ist. Positiv hierbei ist trotzdem, dass das Gerät nicht "komplett aufmacht", sondern sich dann eben verhält wie ein Tube.

Der einzige mir aufgefallene Nachteil vom Smart ist das Handling mit etwas dickeren, älteren Seilen. Ich habe es bewußt mit meinem alten "Hallentau" ausprobiert und das Seilausgeben ist schon etwas schwerer. Das Gerät und der Knick, den das Seil macht ist etwas enger als beim ATC. Mein altes Seil ist aber auch schon steif und mit den ursprünglichen 9,9mm hat es auch nicht mehr viel zu tun. Trotzdem ist das flüssige Seilausgeben gut möglich, man muß nur etwas mehr ziehen, da einfach etwas mehr Reibung im Gerät ist und darauf achten, dass man die rote Nase vom Smart auch von sich weg zieht. Also insgesamt trotzdem völlig ok, besonders wenn ich daran denke, dass ich selbst mit meinem ATC Guide öfter Probleme mit diesem Seil habe.

Insgesamt bin ich voll begeistert von dem Gerät. Es ist einfach total intuitiv für jemanden, der vorher mit Tubes gesichert hat und bringt mit der Blockierung zusätzlichen Komfort und Sicherheit ein. Insgesamt eine wirkliche Innovation von Mammut, gerade in Punkto Intuitivität und Ergonomie. Respekt!

Hier nochmal die Bedienung etwas "anschaulicher" (Danke für den Hinweis, Michi!):





Infos:

Smart ein!


(Abbildungen (c) by Mammut Sportgroup)

Karwendel 2.0

Dies ist ein mobiler Testposting mit Bild(?) vom Handy,...errr.. bzw. ausm Karwendel. Tolle Technik,dieses 2.0 Zeugs,aber Twitter kommt mir nicht ins Haus! Maus, ich liebe Dich!

Schnee aus! Geh weg..danke,genug.Hinfort....wegwegwegaus!!


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    Setesdal

    Granitklettern in Südnorwegen.
    3. Auflage 2006, 176-seitiges Buch, 148 x 185, 22,80 €

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