Klettern 2.0

Ein Blog über meine Erlebnisse beim Klettern an Fels und Plastik taugt doch jedem: Der Nachwelt (wenn ich mal runterfalle), allen Interessierten am Klettern (die sich vielleicht in dem einen oder anderen wiederfinden) und natürlich vor allem mir selbst (hilft gegen das Vergessen).


Rote Pünktchen

Gestern erneut mit Leo im KLZ gewesen. Ich wollte eigentlich nur ganz entspannt etwas klettern, aber irgendwann hat mich der Ehrgeiz trotzdem gepackt. So wurde die rote 6/6+ vom letzten Mal erneut gepunktet und direkt danach eine andere, recht kleingriffige rote(!) 6/6+ erfolgreich durchstiegen. Es sollte eigentlich nur ein Versuch werden, aber die Schlüsselstelle ging recht flüssig, sodass ein weiteres, rotes Pünktchen dabei heraus kam. Interessant dabei ist, dass Benedikt sich in der Route letzte Woche sehr schwer getan hatte, obwohl er ja sonst viel besser klettert als ich. Das beweist mal wieder die Vielfalt des Klettern und die unterschiedlichen individuellen Stärken und Schwächen von verschiedenen Kletterern. Deswegen gibt es für jeden zusätzlich zu den vorgegebenen Bewertungen von Routen auch noch immer den persönlichen Schwierigkeitsgrad der Route. Ich denk' da nur an die grüne 6-/6, die ich bis heute nicht klettern konnte...

Seil aus!

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Überraschungspunkt und mehr

Nachdem mich Benedikt letzten Donnerstag nicht geschont hatte, war ich heute wieder soweit regeneriert, dass ich mich mit Leo zum Klettern getroffen habe. Nach dem üblichen Aufwärmgeplänkel bin ich im Toprope eine rote 6/6+ von Wolfgang geklettet. Diese aus vielen Slopern und "Natursteinimitaten" bestehende Tour war mir schon vor Monaten beim ersten Klettern negativ aufgefallen. Sagen wir mal, ich hab' sie nie verstanden und mich unendlich dämlich beim Klettern angestellt.
Heute jedoch ist mir quasi ein Licht aufgegangen. In der Toprope Begehung ist mir jede Bewegung klargeworden und die Züge reihten sich fließend aneinander. Nach diesem überraschend guten Toprope-Durchstieg hab' ich beschlossen, der Route einen Rotpunkt-Versuch zu spendieren.

Gesagt getan - mit Erfolg! Meine erste Tour im Grad 6/6+. Juhu! Langsam, ganz langsam nähere ich mich der 7!

Ansonsten laufen unsere Vorbereitungen für Norwegen auf Hochtouren. Langsam ist alles eingekauft und organisiert, was mit soll. Bald geht's los...!!!

Seil aus!

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Plastikplaisir

Am Sonntag war ich mit Birgi im KLZ zum entspannten Klettern. Zunächst sind wir ein paar sehr einfache Routen geklettert und haben erneut den Umgang mit dem Halbseil und das Abseilen aufgefrischt. Später sind wir in der neue Halle noch ein paar schwerere Routen gegangen. Kurze Notiz hier: Die gelbe 6+/7- oben links in der hinteren Verschneidung konnte ich recht locker durchsteigen. Das letzte Mal (ca. vor 2 Monaten), als ich diese Tour probiert hab', war es viel schwerer. Vielleicht werd' ich ja doch noch besser. ;)

Danach haben wir uns mit Karen und Patrick zusammengetan und hatten noch jede Menge Spaß an Touren, die wir uns beliebig schwerer definierten. "Nur rot, aber oben einmal in den Riß greifen und auf Lila treten ist erlaubt...". Das hat super Laune gemacht und Birgi ist am Ende noch den Kamin mit einer technischen Eleganz hochgeklettert, als wenn sie den ganzen Tag nichts anderes macht.

Erstaunlicherweise war das Wetter die ganze Zeit stabil, obwohl ganz anders vorhergesagt. Hätte man doch an den Fels fahren können. Naja, hinterher ist man immer schlauer...

Seil aus!

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Halbe Sachen

Heute mal wieder in Normalbesetzung mit Leo im KLZ klettern gewesen. Dieses Wochenende war uns das Wetter zu instabil, um wieder in den Ith zu fahren. Also mußten die Plasikgriffe Befriedigung schaffen.

Nach den üblichen drei Routen zum Aufwärmen hab' ich mich erneut an der 6+ am Pfeiler versucht. Diesmal bin ich immerhin bis zum Umlenker gekommen, wenn auch mit Pause vor der Crux. Die Tour ist eigentlich sehr schön, aber ich hab' die Bewegungen noch nicht alle "gespeichert". Leo ist die Tour heute das erstmal im Nachstieg angegangen und hat sie mit Hängen und Würgen gerade so geschafft. Ich hab' mich danach an einer grünen 6-/6 versucht, die eigentlich von unten ganz harmlos aussah. Bei genauerem "Hinklettern" entpuppte sich die Tour allerdings gerade im überhängenden, oberen Teil als durchaus knackig. Ich hab' die letzten zwei Züge nicht verstanden, sodass ich am Ende sogar andersfarbige Griffe genommen habe, um überhaupt den Umlenker zu erreichen.

Leo hat die lieber gleich weggelassen und ist die gelbe 6 vom letzten Mal geklettert, was mir automatisch ein Toprope für die rote 7- bescherte. Diesmal wußte ich ja, wie die Schlüsselstelle funktioniert - in der Theorie. Nach etwa drei Mal Rausfliegen an der besagten Stelle hab' ich es dann doch geschafft und konnte den nicht so schweren Rest wieder recht locker klettern. Ich merk' immer wieder, dass mir so kleine, fiese Griffe in der Senkrechten mehr liegen, als große Henkel im Überhang.

Später sind wir noch nach draußen gegangen und haben an der Natursteinwand mal das Klettern mit dem Halbseil ausprobiert. Was ich aus dem Test mitnehme ist, dass in beide Stränge stürzen ganz schön knallt (mal ausprobiert) und das der Sichernde einiges zu tun hat, wenn man abwechselt einhängt, da er immer die einzelnen Stränge unterschiedlich behandeln muß.
Ansonsten ist das Halbseil schon eine feine Sache, wenn auch im Handling logischerweise etwas komplizierter.

Roter Halbseilstrang aus!

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Projektgeschäft

Kurze Notiz zum letzten Mittwoch. Klettern mit Leo in der Halle. Die drei Routen zum Aufwärmen direkt hintereinander gehen inzwischen recht leicht von Hand und Fuß. Danach die gelbe 6- mit dem komischen Sloper diesmal sauber gepunktet. Später sollte die schwarze 6+ am Pfeiler den ersten Versuch abbekommen. Bin bis zur Ecke nach dem Überhang gekommen. Dort hab' ich zwar die Exe vor der Ecke geklinkt, aber war wohl einfach zu sauerstoffarm im Hirn, um auf die Idee zu kommen vom selben Griff aus auch die nächste Exe um die Ecke herum zu klinken. So aber scheiterten alle Versuche an den folgenden, kleinen Griffen zu klinken mit dem Ergebnis, dass ich wiederholt an der Stelle Flugstunden genommen habe. Nächstes Mal weiß ich dafür wie es geht...

Nach diesem Kraftakt hab' ich mir etwas Topropegezerre an einer gelben 6 und einer roten 7- genemigt. Bei letzterer, kleingriffigen, aber dafür nur senkrechten Tour gab' es für die Crux einen Trick, den mir Heiko dankenswerterweise erst hinterher verraten hat. Ansonsten eine durchaus machbare Aufgabe, wenn auch sicher sehr spannend im Vorstieg, denn von großen Henkeln zum Klinken kann man da nur träumen.

Am Ende wurde noch etwas gebouldert. Der blaue Boulder wehrt sich noch standhaft gegen meine Versuche den nächsten Griff zu erreichen. Dafür kann ich das Stück vorher nun einigermaßen souverän klettern.

Seil aus!

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Normaler Wahnsinn

Normal war eigentlich der Samstagabend, den ich mit Leo im Kletterzentrum verbracht habe. Dort war es angenehm leer und wir hatten die Qual der Wahl. Nach ein paar leichten Routen draußen sind wir nach drinnen gegangen und ich hab' mich an einer gelben 6- und später an einer grünen 6+ versucht. Die gelbe Tour war eigentlich recht harmlos, allerdings überraschte mich ein komisch anzufassender Sloper derart, dass ich mich vor Schreck erstmal ins Seil gesetzt habe. War also nix mit einem sauberen Durchstieg. Nächstes Mal...
Die 6+ (mit Dach 7+ oder so) wollt ich eigentlich nur mal probieren und habe nicht ernsthaft gedacht, oben anzukommen. Hat aber erstaunlicherweise geklappt, wenn auch mit zwei Mal ins Seil setzen.

Später sind wir noch recht lange mit Jan gebouldert, der auch da war. Am blauen Boulder ging's diesmal nicht weiter, aber ich war generell irgendwie schwach in den Armen.

Wahnsinn war heute mein Einkauf bei Globetrotter. Ich wollte endlich ein, bzw. zwei Halbseile kaufen und richtige Schuhe zum Wandern in Norwegen brauchte ich auch. Außerdem hatte ich mir vorgenommen für Norwegen noch mindestens drei Friends zu kaufen. Naja, der Insider erkennt gleich, dass diese drei Wünsche genug Potential bieten, ein merkliches Loch in die Geldbörse zu reißen. Auau... Nach einigem Überwinden bin ich nun aber stolzer Besitzer von zwei 60m Halbseile von Edelrid und drei Black Diamond. Camalots C4 (1, 2 und 3). Dem geduldigen El aus der Schuhabteilung hab' ich die Hanwag Cheyenne GTX zu verdanken, die so bequem sind, dass ich sie gerade als Hausschuh' trage. ;)

So langsam (hoffe ich) ist alles für Norwegen angeschafft. Irgendwie vermute ich, dass dieses mein erster Urlaub wird, für den ich vorher mehr Ausrüstung gekauft habe, als der Urlaub selber später kosten wird. Hmm... normalerweise ist das doch nur bei einer Expedition so...

Halbseil aus!

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Was lange währt...

... wird manchmal gut!

Gestern mit Leo zusammen mal wieder etwas Plastik in die Hand und unter die Füße genommen. Nach den obligatorischen drei Routen zum Aufwärmen (eine Empfehlung von ganz oben!), hab' ich wieder mal der blauen 5+ hinten in der Ecke ein Versuch spendiert. Taktisch klug (haha) gleich die erste Exe ausgelassen und an der Schlüsselstelle schnell geklinkt und zügig weitergeklettert (noch eine Empfehlung von ganz oben!). Dann noch schnell den Fingern an der linken Hand für das folgende Zweifingerloch etwas Chalk spendiert und schon hatte ich den Umlenker vor der Nase.
"Bin ich schon oben? Das war ja einfach!"

Danach sind wir noch alle möglichen anderen Routen geklettert. Unter anderem wieder die grüne 6, aber da war mein Akku schon alle und ich hab nach der Hälfte schlapp gemacht.

Achja, und Wolfgang hat oben noch eine neue, absolut bewegungsschöne (dieses Wort einen 1 Hit bei Google!) Route geschraubt. In der Verschneidung unter dem Überhang geht es mit super Zügen leider viel zu schnell zum Umlenker. Trotzdem ein absolut empfehlenswertes Sahnestück, welchem ich eine 6- geben würde.

Zu guter Letzt noch an meinen Boulderprojekt rumprobiert. Wolfgang war dabei und hat mir ein paar Tipps gegeben. Ich bin zwar nicht weiter gekommen, aber habe die drei Züge nach meiner persönlichen Schlüsselstelle gefestigt. Langsam komm ich dem Topgriff näher...

Seil aus!

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Vier Nupsis* auf weiter Fahrt

*Der/Die/Das Nupsi


Mal wieder im Ith (29.-30. Juli)

Am vergangenen Wochenende ging es wieder Richtung Süden in den Ith. Diesmal in einer neuen Gruppenzusammenstellung. Mit von der Partie waren der "Papst Benedikt", "Leo the Felsneuling" und dem Klettern noch nicht so ganz verfallene Birgi, gesprochen "Birschiii" :-). Wir starteten am Samstagmorgen gegen 9.00 Uhr, nachdem Leo und Benedikt eingesammelt waren. Die Hinfahrt, der Einkauf und der Aufbau der Zelte, sowie ein zweites Frühstück war bis etwa 12:00 Uhr erledigt. Danach ging's los Richtung Fels. Eigentlich sollte es zuerst der Pfaffenstein für unsere Felsneulinge werden, aber nach etwas Hin-und-Hergewander fanden wir uns am Zwilling wieder.

Dort sollte es dann die NW-Wand (5) werden. Die Tour war mit ihren zwei Haken eigentlich recht gut ausgestattet, aber Keile und Schlingen waren trotzdem nötig. Die untere Platte war zunächst kein Problem. Ein Keilchen hier, ein Keilchen dort und schon war der erste Haken geklinkt. Danach wurde etwas links weiter in die Verschneidung geklettert und ein Keil gelegt. Irgendwie war mir zu diesem Zeitpunkt nicht bewußt, dass ich ja ganz links über diese Nase queren muss, um den zweiten Haken zu erreichen und so bin ich weiter der alten Linie folgend weiter hoch in den Riss geklettert.

Dort oben auf dem Band angekommen, wurde mir von unten unmissverständlich klargemacht, dass ich da falsch bin - zumindest, wenn ich den Haken etwa 3 Meter links von mir erreichen will und nicht clean weiterklettern möchte. Da Abklettern nicht gerade zu meinen Lieblingsbeschäftigungen zählt, hab' ich lieber oben noch eine Schlinge um einen Felsbrocken gelegt und bin erst dann abgeklettert, um festzustellen, dass die Querung nach links über die Nase eine super schöne Kletterei darstellt. Der Rest ist schnell erzählt: Zweiten Haken geklinkt, zurückgeklettert zur Schlinge und diese entfernt - der Seilreibung zuliebe, dann wieder abgekletterst, um die Nase rum und die letzten Meter schöne Kletterei bis zum Umlenker genossen. Dort ein Toprope installiert und ab gings nach unten, um den Adrenalinspiegel wieder zu senken. Was lernen wir daraus? Ein einfacher Vorstieg kann schon echt spannend werden, wenn man sich verklettert.

Danach sind Benedikt und Leo geklettert und haben es sich auf dem Felskopf gemütlich gemacht. Zuletzt war es an Birgi Kontakt mit dem Fels aufzunehmen. Eigentlich war die Tour viel zu schwer für sie, aber einfach mal probieren wie weit es geht war die Devise. Für ihren ersten Felskontakt und ihre erste 5 überhaupt klappte die ganze Aktion super gut. Erst das kleine Dach neben der Nase bremste sie bei ihrem Aufstieg ein. Für das erste Mal am Fels und das dritte Mal klettern überhaupt eine super Leistung.

Inzwischen waren auch Wolfgang mit Begleitung eingetroffen und ich ließ mich von ihm sichern, um die Tour nochmal "richtig" im Toprope zu klettern. Oben angekommen habe ich ihn nachgeholt und erstmal den Ausblick vom Felskopf genossen. Schade das Birgi das nicht erleben konnte - naja, nächstes Mal! Eigentlich wollten wir noch eine zweite Tour am Zwilling machen, aber es war einfach zu viel los und wir wollten nicht warten.

Da Leo noch auf seinen ersten Vorstieg im Ith wartete, gingen wir zurück zum Pfaffenstein und trafen auf eine leere Talseite (4-), sodass wir Leo mit Equipment schmückten, wie einen Weihnachtsbaum und in die Tour Richtung Felskopf schoben. Die Tour stelle für ihn kein Problem dar. Er instalierte ein Toprope und kam dann wieder runter.
Schade war nur, dass Birgi den Einstieg zu dieser Tour nicht geschafft hat, obwohl der Rest der Route wirklich sehr einfach ist. Jedoch war der Einstieg für sie eine zu große Hürde, nachdem die meiste Kraft am Zwilling verbraucht worden ist.

Leo und Benedikt sind derweil Richtung Mauselochturm gegangen und ich hab' noch schnell das Toprope am Pfaffenstein wieder abgebaut. Danach wurden alle Sachen verstaut und wir sind den anderen zum Mauslochturm gefolgt. Dort hat sich gerade Benedikt in der Rechten Kante (6+) erfolgreich versucht. Leo und ich haben die leider sehr kurze Route danach beide im Toprope gemacht. Leicht überhängendes Löchersuchen war da angesagt. Wenn die richtigen Löcher gefunden waren, fand ich es schon fast zu einfach für diesen Schwierigkeitsgrad.

Das war's für den Samstag. Nach dieser Tour ging es zurück zu den Zelten und es gab' das wohl beste Pesto mit Nudeln, was ich in meinem Leben je gegessen habe. Das war so lecker, dass am gegrillen Fleisch kaum Interesse bestand. Später kamen Basti und Jan dazu und es wurde noch im Schein der angeblich mückenschreckenden, aber eigentlich nur ziemlich penetrant stinkenden Duftkerze über das Erlebte und das Zukünftige bei einem Glas(?) Wein diskutiert.


Die Nacht


Schade, dass ich nicht über die zeichnerischen Fähigkeiten eines Erbse verfüge, denn sonst würde ich zu dieser Nacht sicher ein nettes Bild zeichnen können, welches dann aber vermutlich wegen seiner Gewaltdarstellung zensiert werden müßte. Da ich also nicht zeichnen kann, bleibt mir an dieser Stelle nur die textuelle Andeutung einer Nacht, in der ein Kletterer auf dem Zeltplatz im Ith fast so wahnsinnig geworden wäre, dass er beinahe das im stundenrythmus schreiende Kind im Nachbarzelt auf seine ganz eigene Art und Weise zur Ruhe überredet hätte.


Tag 2

7.30 Uhr morgens, k(l)eine Augen - man hab' ich vielleicht bescheiden geschlafen, wenn ich denn mal überhaupt geschlafen habe!! Dafür konnte Leo mit einem Kaffee der besonders leckeren Art entschädigen. Nach einem recht ausgiebigen Frühstück sind wir irgendwann Richtung Felsen gestartet.

Wir waren mal wieder zu langsam oder anders formuliert: Wir haben viel Wert auf einen kulinarisch ausgiebigen Start in den Tag gelegt, sodass schon wieder die gewünschten Touren alle besetzt waren.

Also wurde beschlossen sich an der sehr entspannten Vorbau-Talseite (3-) am Pilzstein zu vergnügen. Hier stellten wir fest, dass meine ganzen Hexentrics fehlten. Auch die Suche am Zwilling, wo wir sie wohl am Vorabend vergessen hatten, blieb ohne Erfolg.

Da ich diese Tour schon kannte, hab' ich flink ein Toprope installiert, sodass Leo und Benedikt sich kurz (lau-)warmklettern konnten. Hierbei ist zu dem rechtsstehenden Foto anzumerken, dass ich mich natürlich nicht an dem Baum festgehalten habe(!), sondern im Moment der Aufnahme lediglich eine Festigkeitsbeurteilung dieser möglichen Zwischensicherung durchführe! ;)

Leo und Benedikt sind danach zum Kamel aufgebrochen, während Birgi sich der Herrausforderung 3- stellte und dieser auch gewachsen war. Glückwunsch und Hurra! Die erste Route komplett durchstiegen - "Ja, bis da ganz nach oben!"


Nach diesem Erfolg haben wir zusammengepackt und sind den anderen zum Kamel gefolgt, wo wir auch wieder auf Basti und Jan trafen. Benedikt hatte gerade einen schönen Abflug in der Sweet Sixty hingelegt und hing im Seil - war leider nix mit einem sauberen Durchstieg.
Ich beschloss mit Birgi von hinten auf das Kamel zu klettern, damit sie auch einmal in den Genuß eines Felskopfes kommen konnte. Der Aufstieg war unproblematisch und irgendwann fanden wir uns alle auf dem Kamelkopf ein. Benedikt und Leo wollten sich unbedingt von der ausgesetzten Spitze des Kameldaches abseilen. Ich war mir noch nicht so sicher, ob ich das wohl auch wollen würde...

Nachdem wir die schöne Aussicht genossen hatten, hab' ich Birgi wieder abgelassen, während Benedikt und Leo vorn am Dach abseilten. So ganz einfach war das Ablassen von Birgi nicht, denn für einen Kletterneuling ist es schon eine recht große Herausforderung seinen Hintern über die 27 Meter Kante des Kamels zu bewegen. Aber nach einigem guten Zureden und Hin und Her hatte die Birgi auch wieder sicheren Boden unter den Füßen. Ich verblieb ganz alleine oben auf dem Kamel mit der Frage, wo ich mich nun abseilen sollte. Aber dank der vorangegangenen Aktion mit Birgi waren mir alle objektiven Argumente für die solide Sicherungssituation derart präsent, dass ich völlig frei im Kopf alles zusammenpackte, mich am Dach über die Kante wuchtete und abseilte, als wenn ich den ganzen Tag nichts anderes machen würde.
Das hat vielleicht Spaß gemacht!!!

Unten angekommen hab' ich Benedikt in einer 7(?) rechts neben der Sweet Sixty gesichert, die er mit einigen Hängern letztlich doch recht souverän hochgekommen ist. Danach hat er für Leo und mich auf der anderen Seite des Kamels ein Toprope in der W-Kante (5+) installiert. Vielleicht mach' ich die nächstes mal im Vorstieg, allerdings bin ich schon von den wenigen und dann noch teilweise unzuverlässigen (dünne Sanduhr) Sicherungsmöglichkeiten beeindruckt. Naja, mal sehen. Wenn ich mir ein paar Friends leisten sollte, hab' ich auf jeden Fall eine Idee, wie ich die Schlüsselstelle absichern könnte.

Nach dem wir uns alle am Kamel ausgetobt hatten, ging es zusammen mit Basti und Jan zum Twägerstein. Dort wollte Jan noch etwas schwereres Klettern und Benedikt hat sich die S-Kante (6-) ausgesucht. Allerdings waren wir später alle der Meinung, dass die Route schwerer als 6- war. Benedikt hatte echte Probleme nach dem zweiten Haken, weil er die Linksquerung verpasste. Erst nach sehr wackligem Abklettern konnte er auf das Band zum dritten Haken steigen.

Von da aus hat er Leo und mich nachgeholt. Dieser erste Teil der Tour war das Härteste, was ich bisher im Ith geklettert bin. Zumindest subjektiv gefühlt. Ich war gut ausgepumpt, als ich auf dem Band von einem grinsenden Benedikt empfangen wurde. O-Ton: "Dich hab' ich ja schon keuchen hören lange bevor ich Dich sah'." Jaja, war halt anstrengend! :-P
Eigentlich wollten wir von dem Stand noch eine zweite Seillänge nach oben klettern, aber ein Gewitter zog auf und wir haben in Windeseile abgeseilt und sind zurück zum Zeltplatz gehastet. Diesmal wollten wir ja nicht wieder zu den Popels (siehe Felsen, Sonne und Gewitter) gehören.

Das Timing war perfekt. Zwar konnten wir vor dem Platzregen nicht mehr die Zelte abbauen, aber zumindest wurden wir nicht nass. Dazu kam zu unser aller Freunde, dass meine verloren geglaubten Hexentrics am Waschhaus an einem Nagel baumelten. Dank an die ehrlichen Finder.
Benedikt, Basti und Jan, die noch weitere Tage im Ith bleiben wollten, fuhren nach dem Gewitter zum See, um etwas zu schwimmen. Währendessen haben wir unsere Zelte und anderen Sachen zusammengepackt und das Auto gen Hamburg gesteuert.

Insgesamt war das mein bisher schönstes Wochenende im Ith. Klettermäßig hab' ich endlich (im Toprope) auch im Fels die eine oder andere 6/6+ geschafft und eine kopfmäßig etwas heikle Situation im Vorstieg recht gut gemeistert. Das gibt Kraft. Dazu kam, dass die Stimmung die ganze Zeit über super war. Zumindest hab' ich das so empfunden. Etwas Bedenken hatte ich bei Benedikt, der sich sicher hin und wieder etwas gelangweilt hat, was die Routenwahl anging, aber er hat auch auf mehrmaliges Nachfragen immer versichert, dass alles prima sei, sodass ich mir wahrscheinlich umsonst einen Kopf gemacht habe. Außerdem konnte er sich ja noch die Tage nach dem Wochenende mit Basti und Jan noch so richtig austoben. Hoffe ich zumindest (Stichwort Wetter)...

Damit endet das Nupsi hier. War auf jeden Fall ein super schönes Nupsi-Wochenende und es riecht stark nach Wiederholung!

Seil aus!



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    Granitklettern in Südnorwegen.
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