Klettern 2.0

Ein Blog über meine Erlebnisse beim Klettern an Fels und Plastik taugt doch jedem: Der Nachwelt (wenn ich mal runterfalle), allen Interessierten am Klettern (die sich vielleicht in dem einen oder anderen wiederfinden) und natürlich vor allem mir selbst (hilft gegen das Vergessen).


Orange

Heute konnte ich mein kleines 2-Wochen-Projekt im alten Turm durchsteigen: Orangerie (UIAA 7+).

Eine schöne Route, die von allem etwas hat. Ein Einstieg, wacklig ohne klippen zu können, dann ein kleiner Boulder-Aufrichter zu einer mini-Leiste. Im Mittelteil ein paar harte Züge ohne Rastposition an Leisten und oben nochmal eine Kombination aus einem 2-Fingerloch als Untergriff und einem weiteren 2-Fingerloch, welches dann nach dem Füßesortieren zum letzten Griff führt. Alles in allem kann man viel durch gutes Stehen kompensieren, da (selten genug) in dieser Route genug Tritte vorhanden sind. Unterm Strich eine solide 7+, mit interessanten Bewegungen, die erstmal geklettert werden will. Auf jeden Fall keine Tour, bei der die Bewertung mir zweifelhaft erscheint. Die liegt mit der Bewertung im oberen 7er Bereich schon ganz gut eingeschätzt.

Ich freu mich und grinse!

Seil aus!

Das Saisonmotto...

... ist gefunden! Auf der Suche nach Ziele und Träume für diese Saison bin ich fündig geworden.

Nein, nein... nicht welche ultra-harte Tour am abgelegensten Fleck des Globus es sein soll. Nein, ein Motto hab' ich gefunden, was ich ganz einfach auf die heimischen Berge anwenden werde.

Gefunden habe ich den Spruch in einem Interview mit Alex Honnold auf klettern.de und dachte nur spontan: "Ja, genau!". Also, an alle meine Mitkletterer... aus 2008 gelernt - seid gewarnt oder freut Euch! ;-)



Denn das Motto 2009 wird sein:


"Es ist besser, bei schlechtem Wetter wo hinzufahren, als gar nicht hinzufahren!"


Seil aus! :-)

Früher war alles besser...

...naja, ein paar Sachen. Oder im konkreten Fall, eine Sache: Früher hatten wir hier im DAV Kletterzentrum in Hamburg nur eine Halle. Den "Turm", den "alpinen Turm" - oder seit der zweiten Halle auch "die alte Halle" genannt. Der Turm ist eigentlich ganz fein, denn früher gab's ja eh nichts anderes und außerdem waren das keine 0815 Kletterwände, sodern ganz viele, auch kleine felsähnliche Strukturen. Früher haben wir uns immer gefragt, wie man da überall drauf stehen können soll, aber heute freuen wir uns über kleinste Tritte, ganz wie draußen.

Warum schreib ich darüber? Achja, weil wir seit etwa 3 Wochen öfter auch in "der alten Halle" klettern. Das hat zum einen den Grund, dass dort alles etwas entspannter zu geht, will heißen, es ist nicht so voll und zum anderen sind drinnen im Turm eigentlich alle Wände leicht bis mittel überhängend. Das ist nicht so entspannt, aber hat auch Vorteile. Man zwingt sich in diesem Gelände dauerhaft zu klettern, was in der neuen Halle oft vernachlässigt wird, weil es da soviele senkrechte Wände gibt. Auf jeden Fall bemerke ich einen ganz anderen Trainingseffekt. Ich klettere viel sauberer, gebe mir mehr Mühe gut zu stehen, gerade auch durch die vielen kleinen Wandstrukturen und man zwingt den Körper mehr Spannung zu halten.

Auf jeden Fall konnte ich heute überraschend eine für mich recht schwere 7 im Alzheimermodus spontan durchsteigen, d.h. ich bin sie schonmal vor ca. 6 Monaten geklettert und hab kläglich versagt. Heute, ohne Erwartungen aber geschafft. Tjo, gut stehen, war Programm. ;-)

Naja, ich bin somit wieder großer Fan der alte Halle geworden und für mich feiert sie gerade ihr verdientes Revival.

Achja, manchmal war früher doch so einiges besser.

Seil aus!

Schlecht getaped ist halb gehäutet

Normalerweise verzichte ich ja auf Tapen.

Dieses "schaut-mal-ich-kletter-so-ultra-hart-muss-unbedingt-10-Finger-tapen" brauch ich irgendwie nicht. Wenn ich mal was getaped habe, dann weil ich eine Verletzung hatte. Kurz um, ich konnte bisher durch übermäßige Verwendung von Leukoplast weder visuell noch real meine Kletterleistung steigern. Und prophylaktisch soll's ja eh nicht gut sein...

Über das Bouldern habe ich ja schon das eine oder andere mal geläs...err!... geschrieben. Doch seit bei uns in der Hansestadt eine weitere, öffentliche Verrichtungsanstalt (© pb.) eröffnet hat, der Salon du Bloc, findet man mich des öfteren zu dieser grauen Jahreszeit beim frönen von "hook, patsch und jump". Warum? Weil's doch, in homöopathischen Dosen genossen, Spaß machen kann. Womit wir wieder beim Tapen wären...

Ich bin mir inzwischen sicher, dass so ein echter Boulderererrr Hornhaut an den Fingern haben muß, die er vermutlich täglich mit dem groben Werkzeug zur Metallbearbeitung pflegen muß. Naja, ich dagegen, habe anscheinend eher die Finger eines Klavierspielers, wobei meine Freundin gefragt, das angeblich nicht so ist. Was für den Klavierspieler spricht, sind die Hautfetzen, die mir gestern nach dem Boulern von den Finger hingen. Soweit zum Tapen - oder Nicht-Tapen.





"By the way": Climb On ist gut und ernsthaft zu empfehlen!
Falls es jemand noch nicht kennen sollte...Kann man auch in Shops in Deutschland bestellen.






Mein Fazit ist, ich werde ab jetzt nur noch mit hipp-Mütze, langärmel-tShirt, full-taped und iPod-verstöpselt bouldern gehen. Damit bin ich bestens getarnt und mache was her (und die Haut bleibt hoffentlich dran!).


Nur klettern sollte ich nicht, sonst flieg' ich auf!


Seil aus? Top!

Liebes Tagebuch...



... es sei zu Samstag vermerkt, dass doch tatsächlich zweimal 8- geklettert wurde.

Der Kletterer wundert sich und schweigt. Bewertungen sind subjektiv.


Seil aus!


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    Setesdal

    Granitklettern in Südnorwegen.
    3. Auflage 2006, 176-seitiges Buch, 148 x 185, 22,80 €

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