Ich habe es am Donnerstag bei Bergzeit.de bestellt, am Samstag war es in der Post und einen Tag später habe ich es ausprobiert.
Ich habe bisher meistens mit einem ATC gesichert. Da der Mammut Smart prinzipiell ähnlich gehandhabt wird, war die Umgewöhnung sehr einfach und - was ich besonders wichtig finde - sehr sicher, da die selben, geübten Bewegungsabläufe auch beim Smart gemacht werden. Wer also beim ersten Mal den Smart genauso wie ein Tube verwendet, macht erstmal nichts gefährliches, außer, dass er vielleicht beim Seilausgeben das Gerät blockiert.Im Vergleich zum Tube muß man beim Mammut Smart die "rote Nase" beim Seilausgeben von sich weg ziehen, um das Gerät in einer Lage zu halten, die das Seil nicht blockiert. Es ist in dem Moment quasi genauso "offen", wie es ein normaler ATC immer ist. Die rote Nase liegt perfekt in der Hand am Daumen an, sodass die Hand trotzdem noch das Bremsseil umschließt. Wieder etwas, was intuitiv schon lange geübt ist. Einzig der schnelle Übergang von Seil einholen und danach gleich wieder ausgeben (kommt ja eher selten vor) erfordert etwas Übung, da man nach dem Einholen mit der Hand ganz unten ist und man erst wieder bis zur Nase "hochtunneln" muß, bevor wieder Seil ausgegeben werden kann.
Bei einem Sturz oder wenn der Kletterer sich ins Seil setzen, blockiert das Gerät selbstständig, in dem das Seil zwischen Gerät und Karabiner eingeklemmt wird. Das Seil läuft teilweise ganz langsam etwas durch, wenn man das Bremsseil komplett entlastet. Wenn man jedoch das Gerät dann nochmal an der Nase etwas nach unten drückt und damit den Klemmeffekt etwas "nach zieht", hält es und es steht dem Ausbouldern einer Route nichts im Wege.Diese leichte Dynamik beim Blockieren hilft im Sturzfall enorm. Das Gerät blockiert einfach nicht so hart, wie ein Grigri, sondern rutscht noch etwas durch. Trotzdem sollte man natürlich mit dem Körper beim einem Sturz diese Dynamik noch unterstützen.
Beim Ablassen wird das Seil mit beiden Händen genommen, wobei eine Hand die Nase vom Smart nach oben gedrückt wird, sodass dosiert die Blockierung gelöst werden kann. Wie auch in der Anleitung zum Smart geschrieben, sollte man die Nase nicht zu hoch drücken, da sonst die Blockierung plötzlich ruckartig komplett aufhgehoben wird, was dann aus dem Smart wieder einen normalen Tube macht und man auf einmal das Bremsseil beim Ablassen wieder gut festhalten muß. Das ist ansich nicht schlimm, nur kommt das Umspringen etwas ruckartig und ohne Vorwahnung, was im Umschnappen der Karabinerposition im Gerät begründet ist. Positiv hierbei ist trotzdem, dass das Gerät nicht "komplett aufmacht", sondern sich dann eben verhält wie ein Tube.Der einzige mir aufgefallene Nachteil vom Smart ist das Handling mit etwas dickeren, älteren Seilen. Ich habe es bewußt mit meinem alten "Hallentau" ausprobiert und das Seilausgeben ist schon etwas schwerer. Das Gerät und der Knick, den das Seil macht ist etwas enger als beim ATC. Mein altes Seil ist aber auch schon steif und mit den ursprünglichen 9,9mm hat es auch nicht mehr viel zu tun. Trotzdem ist das flüssige Seilausgeben gut möglich, man muß nur etwas mehr ziehen, da einfach etwas mehr Reibung im Gerät ist und darauf achten, dass man die rote Nase vom Smart auch von sich weg zieht. Also insgesamt trotzdem völlig ok, besonders wenn ich daran denke, dass ich selbst mit meinem ATC Guide öfter Probleme mit diesem Seil habe.
Insgesamt bin ich voll begeistert von dem Gerät. Es ist einfach total intuitiv für jemanden, der vorher mit Tubes gesichert hat und bringt mit der Blockierung zusätzlichen Komfort und Sicherheit ein. Insgesamt eine wirkliche Innovation von Mammut, gerade in Punkto Intuitivität und Ergonomie. Respekt!
Hier nochmal die Bedienung etwas "anschaulicher" (Danke für den Hinweis, Michi!):
Infos:
Smart ein!
(Abbildungen (c) by Mammut Sportgroup)
Karwendel 2.0
Freitag, 8. Mai 2009 at 10:51.
Verschreckt habe ich feststellen müssen, dass mein letzter Eintrag hier doch schon etwas her ist. Das bedeutet immer, dass soviel los ist, dass die virtuelle Welt hinten anstehen muß. Was war also los? Klettermäßig eigentlich gar nicht sooo viel.
Am letzten Samstag im April waren bei uns im Hamburger DAV Kletterzentrum die Nordeutschen Meisterschaften im Sportklettern. Einen ausführlichen Bericht dazu gibs bei Ralf auf der Seite (www.kletternimnorden.de). Leider durfte ich mir den Bodensturz von der 5ten Exe eines Kletterers live und in Farbe anschauen. Eine sehr unangenehme Erfahrung. Neben dem riesen Glück, dass alles verhältnismäßig glimpflich ausgegangen ist, sei dazu nur mal wieder an die Aufmerksamkeit beim Sichern zu apellieren!
Was lernen wir aus genau diesem Vorfall und meinen Beobachtungen? Alles ist eigentlich selbstverständlich, aber ich schreibs doch nochmal auf:
Aufmerksamkeit und sich Dinge ab und zu wieder bewußt machen, ist sicher sehr hilfreich bei so einer "Routinetätigkeit" wie dem Sichern. Im übrigen beziehen sich meine Kommentare generell auf das Sichern und nicht nur auf den oben genannten Absturz, da ich keine Ahnung habe, welche genauen Umstände dazu geführt haben. Ich habe das ganze nur als Zuschauer beobachtet.
Bis auf diesen Zwischenfall war die NDM 2009 sehr unterhaltsam, wenn auch mit einigen Unstimmigkeiten, wie Ralf in seinem Bericht schon angesprochen hat. Nach dem Samstag wurde dann im der Halle wieder kräftig Griffe geschraubt, was bei dem Wetter irgendwie auch etwas mit Sport zu hatte. Von mir sind dabei bisher vier neue Routen rausgesprungen. Ich hoffe, die Begehungsaspiranten haben Spaß dran. ;-)
Ansonsten war der Plan letztes Wochenende mit Isa etwas die Martinswand bei Innsbruck unsicher zu machen. Das hat soweit auch am Freitag noch ganz gut geklappt und wir sind einige Seillängen geklettert, bevor der Regen und der verdorbene Magen kam. Irgendwie war ich nämlich am Vorabend so mutig gewesen und hatte mir am Flughafen noch ein paar Sushi gegönnt, welche sich dann am Freitagabend mit richtig üblen Symptomen in Richtung Magen/Darm und Fieber eindrucksvoll zurückmeldeten. Damit war das Wochenende für mich gelaufen.
Aber der Freitag war superschön und wir beide hatten beim besten Wetter Spaß am Fels. Lediglich die Inntal-Autobahn macht die Martinswand zu einer aktustischen Sechs. Nicht nur, dass man sich selbst nach einer halben Seillänge kaum noch verständigen kann, auch ist der permanente Lärmpegel schon sehr nervend.
Lärm aus!
Am letzten Samstag im April waren bei uns im Hamburger DAV Kletterzentrum die Nordeutschen Meisterschaften im Sportklettern. Einen ausführlichen Bericht dazu gibs bei Ralf auf der Seite (www.kletternimnorden.de). Leider durfte ich mir den Bodensturz von der 5ten Exe eines Kletterers live und in Farbe anschauen. Eine sehr unangenehme Erfahrung. Neben dem riesen Glück, dass alles verhältnismäßig glimpflich ausgegangen ist, sei dazu nur mal wieder an die Aufmerksamkeit beim Sichern zu apellieren!Was lernen wir aus genau diesem Vorfall und meinen Beobachtungen? Alles ist eigentlich selbstverständlich, aber ich schreibs doch nochmal auf:
- Vorm Losklettern das Seil durchziehen, bzw. kontrollieren, ob es frei liegt.
- Den Vorsteiger möglichst immer-immer(!) beobachten und nicht wo anders hinschauen.
- Beim Einholen des Seils mit dem Tube darauf achten, dass der Moment passend ist und die Bremshand danach sofort wieder runter geführt wird.
- Sich vorher im Kopf bewußt machen, wenn neue Seile verwendet werden.
Aufmerksamkeit und sich Dinge ab und zu wieder bewußt machen, ist sicher sehr hilfreich bei so einer "Routinetätigkeit" wie dem Sichern. Im übrigen beziehen sich meine Kommentare generell auf das Sichern und nicht nur auf den oben genannten Absturz, da ich keine Ahnung habe, welche genauen Umstände dazu geführt haben. Ich habe das ganze nur als Zuschauer beobachtet.
Bis auf diesen Zwischenfall war die NDM 2009 sehr unterhaltsam, wenn auch mit einigen Unstimmigkeiten, wie Ralf in seinem Bericht schon angesprochen hat. Nach dem Samstag wurde dann im der Halle wieder kräftig Griffe geschraubt, was bei dem Wetter irgendwie auch etwas mit Sport zu hatte. Von mir sind dabei bisher vier neue Routen rausgesprungen. Ich hoffe, die Begehungsaspiranten haben Spaß dran. ;-)
- Schöner April (5), Rot, Sektor 10
- Alpenliebe (6-), Blau ohne Volume, Sektor 15+16(!)
- Grün entspannt (5-), Grün, Sektor 17
- Ohne Links (6+), Schwarz, Sektor 18
Ansonsten war der Plan letztes Wochenende mit Isa etwas die Martinswand bei Innsbruck unsicher zu machen. Das hat soweit auch am Freitag noch ganz gut geklappt und wir sind einige Seillängen geklettert, bevor der Regen und der verdorbene Magen kam. Irgendwie war ich nämlich am Vorabend so mutig gewesen und hatte mir am Flughafen noch ein paar Sushi gegönnt, welche sich dann am Freitagabend mit richtig üblen Symptomen in Richtung Magen/Darm und Fieber eindrucksvoll zurückmeldeten. Damit war das Wochenende für mich gelaufen.Aber der Freitag war superschön und wir beide hatten beim besten Wetter Spaß am Fels. Lediglich die Inntal-Autobahn macht die Martinswand zu einer aktustischen Sechs. Nicht nur, dass man sich selbst nach einer halben Seillänge kaum noch verständigen kann, auch ist der permanente Lärmpegel schon sehr nervend.
Lärm aus!





